2009

Pressestimmen zu Metropolitan

„Für Michael Hohmann erfüllt sich ein Traum. [...] seit längerem hat der 54-jährige darüber nachgedacht, Autoren aus internationalen Großstätten in Frankfurt, der kleinsten Metropole der Welt, zu versammeln. ‚In den Metropolen schlägt der Zukunftstakt der Gesellschaft’, glaubt er. Sie nehmen Entwicklungen der Stadtgesellschaft vorweg – gute und schlechte. Und wer könnte besser geeignet sein, Erfahrungen und Utopien zu vermitteln als die Autoren, die aus ihrer Stadt erzählen? So ist ‚Metropolitan’ geboren worden – das neue, internationale Literaturfestival in Frankfurt.“

Frankfurter Rundschau, 6.5. 2009

„An vier Tagen werden sechs Autoren aus sechs unterschiedlichen Ländern literarische Texte vorstellen, die sich mit großstädtischen Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten auseinandersetzen.“

Journal Frankfurt, Nr. 13/09 (12.-25.6.2009)

„Nur eines mag verwundern bei dieser Idee: Warum sie erst jetzt Wirklichkeit wird. Denn welche deutsche Großstadt eignete sich besser für ein internationales Literaturfestival als Frankfurt? [...] Die Kultur, die Lebenswelt großer Städte erfahrbar zu machen: das ist das Ziel, das Michael Hohmann mit ‚Metropolitan’ verbindet. Der Organisator der Romanfabrik ... konzipierte die Begegnung. Vom 24. bis zum 27. Juni finden sich sechs Schriftstellerinnen und Schriftsteller zu Lesungen und Diskussionen in Frankfurt ein: Sie kommen aus New York, Johannesburg, Barcelona, Bombay, Istanbul und Paris.“

Frankfurter Rundschau, 19.6. 2009

„Mit Städten und mit Büchern ist es seltsam. In beiden kann man sich verlieren, in beiden kann man sich finden. [...] ‚Metropolitan – Die erzählte Stadt’ heißt das Literaturfestival, das in Frankfurt von morgen an untersucht, was Bücher ihren Lesern über die Orte berichten, an denen sie mit sich selbst und mit anderen Menschen zusammenleben. [...] ‚Städte sind Herausforderung’, sagt Michael Hohmann, Programmleiter der Frankfurter Romanfabrik, der vor zwei Jahren die Idee zum Festival hatte.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.6. 2009

„Irene Dische streut kokett kurdische Vokabeln in ihren Text, wenn sie Alan mit den Augen eines Mannes vom Ararat das sonderbare New Yorker Leben studieren lässt. Süffisant persifliert sie amerikanische Bräuche, Ideologien, Haltungen. [...] Heute Abend wird Irene Dische in Frankfurt aus ihrem Roman lesen. Sie eröffnet die Veranstaltungsreihe ‚Metropolitan – Die erzählte Stadt’.“

Frankfurter Rundschau, 24.6. 2009

„Das ist die Atmosphäre, die er liebt. Wenige Meter vom Hupen und Brausen, Donnern des Verkehrs auf der Hanauer Landstraße entfernt, hockt Kiran Nagarkar in der Mittagssonne. ‚Ich bin nun einmal ein Städter’, sagt er strahlend, ‚große Städte lassen mein Herz höher schlagen.’ Was Wunder, dass der indische Schriftsteller sofort dem Ruf nach Frankfurt gefolgt ist – zum ersten Literaturfestival ‚Metropolitan’ – das von internationalen Großstädten erzählen möchte. Und der 66-jährige ist am Morgen im Direktflug aus einer wirklichen Metropole angereist: aus Bombay. [...] Erzählbögen mit großer Kraft über bald 1000 Seiten zu spannen, das kann der begnadete Fabulierer.“ [...] Nagarkar liebt seine Heimat und prangert doch die Missstände dort scharf an. ‚Indien ist eines der korruptesten Länder der Welt’, sagt er ohne Umschweife.“

Frankfurter Rundschau, 26.6. 2009

„Frankfurt als Megacity zu bezeichnen ginge entschieden zu weit. So begnügt sich das Mainmetropölchen beim Literaturfest ‚Metropolitan’ mit der Gastgeberrolle und überlässt den Vortritt sechs richtig großen Städten – New York, Johannesburg, Barcelona, Bombay, Istanbul und Paris. In vier Tagen stellen derzeit sechs Autoren an sechs unterschiedlichen Orten Bücher vor, die in einer dieser Städte spielen. Die Idee stammt von Michael Hohmann, als Programmchef der Romanfabrik mit dem Auftakt betraut. Mit Irene Dische hat er eine glückliche Wahl getroffen. In hervorragendem Deutsch präsentiert die Amerikanerin ihr Werk ‚Ein Job’, in dem sie New York mit den Augen eines fast außerirdisch zu nennenden Wesens sieht: Killer Alan ist Kurde, spricht kein Englisch, und sein Auftrag ist die Tötung einer Familie.“

Offenbach-Post, 26.6. 2009

„Ein Serienkiller in New York. Irene Disches Lesung aus ‘Ein Job’ eröffnete in der Romanfabrik das Frankfurter Literaturfestival ‘Metropolitan - Die erzählte Stadt’. [...] Kulturdezernent Felix Semmelroth nutzt die Festivaleröffnung, um die innige Verbindung von Metropolen mit ‚ihren’ Literaten (Dublin und ‚Ulysses’), das Großstädtische an sich und das selbstkritische Frankfurt zu rühmen. Dann ist die Reihe an der deutsch-amerikanischen Autorin, für die sich die Romanfabrik bis zum letzten Winkel gefüllt hat. [...] Dische benutzt den Plot ihres neu übersetzten Kurzromans ‚Ein Job’ (Hoffmann & Campe) zu einer verfremdeten Sicht auf New York. Ein erkenntnisträchtiger Exotismus, der perfekt zum Festival passt. [...] Glänzender Auftakt.“

Frankfurter Neue Presse, 26.6. 2009

„’Metropolitan’-Auftakt: Irene Dische in der Romanfabrik. [...] Irene Disches Held, der Kurde Alan, ... ist mit einem gefälschten Pass aus Istanbul in New York gelandet und soll für seinen Auftraggeber den ‚Job’ erledigen, von dem der Titel des ... Kriminalromans der gebürtigen New Yorkerin spricht. [...] Während der Leser die Stadt durch die bildhaften Eindrücke des unfreiwillig Sprachlosen wahrnimmt, erlebt Alan lauter Kulturschocks. [...] New York und eine freundliche alte Nachbarin, die wunderbarerweise Kurdisch spricht, verändern sein Bewusstsein, ganz im Sinne der ‚Metropolitan’-Organisatoren, deren Festival Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth ... mit der Bemerkung eröffnete, Geistesgeschichte sei stets auch Stadtgeschichte.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.6. 2009

„Als Idee an der Peripherie der Mainmetropole geboren – in der ‚Romanfabrik’, in Frankfurts traditionell vernachlässigtem fernen Osten, draußen an der Hanauer Landstraße gelegen –, verwandelte das Festival an vier schwülen Sommerabenden zentral gelegene Orte in literarische Bühnen. [...] In einer Gesprächsrunde zwischen Sebnem Isigüzel, Kiran Nagarkar, der Stadtplanerin Ute Weiland und dem Architekturkritiker Dieter Bartetzko wanderten die realen und imaginären Stadtentwürfe hin und her und brachten eine einzige Klarheit nur: Städte sind wie Frauen.“

Süddeutsche Zeitung, 30.6. 2009

„Vom Leben am Rand. Jean Rolin schildert beim ‚Metropolitan’-Festival das Paris der Junkies und Obdachlosen. [...] Drinnen breitet Jean Rolin in einem trügerisch sanft perlenden Französisch das Elend am Rand von Paris aus. Unter den Betonpfeilern des tosenden Autobahnrings Périphérique, wo Junkies Zuflucht suchen, Prostituierte zwischen Müllhaufen stehen und Obdachlose am Eisenbahngürtel sich ins schmutzige Gras ducken. [...] Harter Stoff für die Leistungskurse Französisch der 11. Klassen der Liebigschule, die sich drei Wochen lang auf die Begegnung mit Rolin vorbereitet hatten – der Autor kommt zum neuen Literaturfestival ‚Metropolitan’ nach Frankfurt.“

Frankfurter Rundschau, 27./28.6. 2009

„Kiran Nagarkar im Literaturhaus. [...] Bombay oder Mumbai lautete eine der ersten Fragen Alf Mentzers vom Hessischen Rundfunk an Kiran Nagarkar. In Nagarkars Heimat, so lernte man, erfordern schon Städtenamen diplomatisches Gespür. Er habe seinen Geburtsort stets Mumbai genannt, denn dies sei ihr Name in Marathi, seiner Muttersprache, die zu den 22 offiziellen Sprachen Indiens gehört. Mittlerweile ziehe er Bombay vor, um sich vom Eiferertum jener Partei abzugrenzen, die den Namen Mumbai durchsetzte. Außer fundamentalistischer Hetze besitze diese nichts, was politische Agenda genannt werden könne, sondern sei ‚tatsächlich, definitiv, eine richtige Mafiaorganisation’, ihr Hauptgeschäft: Schutzgelderpressung. Klare Worte, denen Nagarkar viele weitere hinzufügen sollte. [...] Nachdem die Performance-Künstlerin Elettra de Salvo aus Nagarkars Roman ‚Ravan und Eddie’ gelesen hatte, steuerte die Veranstaltung auf seinen jüngsten Roman ‚Gottes kleiner Krieger’ zu.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.7. 2009