Algier

Buchcover Rue Darwin

Boualem Sansal

Rue Darwin

Vom Totenbett erteilt die Mutter ihrem Sohn Yazid den Auftrag, in die Rue Dawin nach Algier zurückzukehren. Bei der Rückkehr nach Algerien erinnert sich Yazid an seine Großmutter Djeda, die auf dem Land in einem großen Haus herrschte. Djeda war zugleich die Chefin über den ganzen Klan, der unter anderem in Marokko und Paris zu Hause war, viele Besitztümer hatte, und sie leitete auch ein von Prominenten der Welt besuchtes Freudenhaus. Yazid war seinerzeit der Liebling Djedas und sollte einmal das riesige Haus erben. Von diesem palastähnlichen Anwesen verschlägt es den Helden nach Algier, ins Armenviertel Belcourt, in die Rue Darwin. Der Leser lernt die Straße und das Viertel kennen, in dem auch Albert Camus aufwuchs, er vergleicht mit Yazid die Veränderungen, die die Straße seit der Unabhängigkeit Algeriens, seit den Kriegen erlebte. Boualem Sansal arbeitet wie ein Impressionist, er setzt Erinnerungsstücke wie Fetzen zusammen und kombiniert sie mit Licht und Schatten zu einem Familienroman.

Boualem Sansal zählt mit Yazmina Khadra zu den wichtigsten Stimmern des literarischen Algeriens. Er lebt in der Nähe der Stadt Algier, arbeitete für das algerische Industrieministerium und hat im Alter von 50 Jahren mit Schwur der Barbaren (1999) seinen ersten Roman veröffentlicht. Im Jahr 2012 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

„Sie sind nach Algier gegangen und haben sich in dieser riesigen labyrinthhaften und strahlenden Stadt mit tausenden Elendsvierteln versteckt. In diesem Kapharnaum konnte selbst der Teufel sie nicht finden, es gab unzählige Elendsgestalten, jeden Alters, jeder Religion, ganze Lastwagenladungen kamen in der Hauptstadt an, in ununterbrochenen Strömen, durch Krieg und Elend aus ihrer ländlichen Heimat verjagt.“ (S. 247)

Rue Darwin erschien im Verlag Merlin (2012; „Rue Darwin“, Gallimard, 2011) und wurde ins Deutsche übersetzt von Christiane Kayser.

Moderation: Ruthard Stäblein. Deutscher Leser: Stéphane Bittoun.

Zur Eröffnungsveranstaltung in Frankfurt mit einem Grußwort von Prof. Dr. Felix Semmelroth (Kulturdezernent) und einer Einführung von Prof. Dr. Martina Löw (TU Darmstadt).

Diese Lesungen werden unterstützt durch das Institut Français d’Histoire en Allemagne.

Dienstag, 29. Oktober 2013, 20.00 Uhr, Frankfurt
Romanfabrik, Hanauer Landstraße 186 (Hof)
Reservierung: 069 / 49 08 48 28 oder reservierung@wir wollen keinen spam-romanfabrik.de 
Vorverkauf: Frankfurt Ticket 069 / 13 40 400 oder www.frankfurt-ticket.de

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 18.00 Uhr, Darmstadt
Literaturhaus, Kasinostraße 3
Vorverkauf: www.literaturhaus-darmstadt.de

Eintritt 8 €, ermäßigt 4 €